Netzwerk Asyl Mühltal: endlich online!

Netzwerk Asyl Mühltal: endlich online!

4. September 2015 | von Mirijam Friedrich

Harte Arbeit, tolle Ergebnisse, große Freude: Beim vierten Communication Camp haben wir mit rund 50 Teilzeithelden programmiert, getextet und designt, um den ehrenamtlichen Helfern des Netzwerks zur ersten eigenen Website zu verhelfen.

 

Es gibt wohl kaum ein Thema, das Europa und Deutschland derzeit so sehr beschäftigt und spaltet, wie die steigende Zahl der Flüchtlinge: Hasskommentare unter Facebook-Beiträgen, fremdenfeindliche Demonstrationen und als aktuell trauriger Höhepunkt Molotow-Cocktails, die in Flüchtlingsunterkünfte fliegen. Die hässliche Seite Deutschlands.

Mut und Hoffnung macht allerdings, dass es auch anders geht. Mit Solidarität, Hilfsbereitschaft und ganz viel Herzblut. So wie beispielsweise in Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg:

In Mühltal, einer Gemeinde südöstlich von Darmstadt, gibt es das „Netzwerk Asyl Mühltal“, ein gemeinnütziger Verein, der sich durch Spenden finanziert und zeigt, wie wir alle mit der Thematik umgehen sollten: Rund 30 ehrenamtliche Helfer unterstützen Flüchtlinge vom Arztbesuch über Behördengänge bis hin zur Seelsorge. Ziel der Helfer ist es, die Flüchtlinge so gut wie möglich in unsere Gesellschaft zu integrieren.

Dank des Communication Camps bot sich auch uns die Chance, einen Beitrag zu leisten und das Netzwerk bei seiner Arbeit zu unterstützen!

Integration durch Kommunikation

Bereits zum vierten Mal haben wir das Workshop-Wochenende gemeinsam mit Online-Journalismus-Studierenden der Hochschule Darmstadt organisiert.

Profis aus der Kommunikations-, IT- und PR-Branche kommen zusammen und werden zu Teilzeithelden, um einer sozialen oder kulturellen Einrichtung bei ihrer (Online-)Kommunikation zu helfen: kommunikative Probleme analysieren, Lösungen finden – und direkt umsetzen. Alles geschieht an zwei Tagen.

Nach den Projekten mit dem HoffArt-Theater, den Kulturhäppchen und dem Sozialwerk Main-Taunus war in diesem Jahr unser Projektpartner das Netzwerk Asyl Mühltal.

Vom Festnetz ins Netz

Die Kommunikation der Ehrenamtlichen lief bisher offline: Intern kommunizierten sie hauptsächlich übers Telefon, einen Onlineauftritt gab es noch nicht. Um auch in Zukunft alle Flüchtlinge gut betreuen zu können, braucht der Verein aber neue Mitglieder und Unterstützer, die aktiv helfen oder finanzielle Hilfe leisten.

Wie aber sollen Interessierte auf das Netzwerk aufmerksam werden? Wo sollen sie sich informieren, wenn sie helfen wollen und erfahren, wie sie helfen können? Schnell war klar: Eine Website muss her! Am besten auch gleich ein internes Wiki, um die Arbeit der Helfer zu dokumentieren.

Wie ein Uhrwerk…

War das alles an einem Wochenende zu schaffen? Dank der tollen Organisation durch das studentische Team und der gut strukturierten Arbeit der Teilzeithelden auf jeden Fall! Gemeinsam sorgten sie dafür, dass alles wunderbar geordnet und reibungslos ablief, wie im Uhrwerk eben. Eine Metapher, die Lisa Schreiber in ihrem Blogpost beschreibt:

„Kein Silodenken weit und breit. Die Prozesse laufen alle simultan und trotz der großen Teilnehmerzahl erstaunlich geordnet und reibungslos – wie ein Uhrwerk.“

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Während ein Team beispielsweise an der Website tüftelte, sich um Domain und Content Management System kümmerte, schrieb ein anderes bereits die Texte, um die Website mit Content zu füllen. Die Teilzeithelden-Grafiker gestalteten parallel die Website sowie einen Print-Flyer, mit dem neue Helfer für das Netzwerk angesprochen werden sollen.

„Jeder weiß, worum es geht, ist konzentriert und motiviert bei der Sache und bringt sich ein. Eine tolle und kreative Arbeitsatmosphäre.“

So beschreibt Harriet Lemcke Buchen auf ihrem Blog die Camp-Stimmung.

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Ergebnisse, Ergebnisse, Ergebnisse

So kam es, dass rund 50 PRler, Web- und Grafikdesigner, Programmierer, Journalisten und Studenten am Ende wieder einmal beeindruckend viel erreicht haben:

  • Die neue Website basiert auf WordPress. Hier stellt sich das Netzwerk Asyl vor, berichtet aus dem Helferalltag und zeigt Interessierten, wie sie helfen und mit dem Netzwerk Kontakt aufnehmen können.
  • Auf Basis von GoogleSites ist eine interne Dokumentation entstanden, in der (neue) Ehrenamtliche schnell und einfach nachlesen können, wie sie in welchem Stadium des Asylverfahrens konkret helfen können.
  • Der neue Flyer wird in Mühltaler Geschäften ausgelegt, um auch offline potentielle Unterstützer anzusprechen und auf das Netzwerk aufmerksam zu machen.

 

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Wie auch in den vergangenen Jahren war das studentische Team mit Video- und Fotokameras auf dem Camp unterwegs und hat es am Freitag und Samstag live auf Storify begleitet. Alle Fotos könnt ihr im Fotostream auf Flickr ansehen.

 

Zwei Tage Camp in fünf Minuten gibt’s in unsrer Videozusammenfassung:

 
Ein großes Dankeschön gilt auch unseren Partnern des vierten Communication Camps: Hochschule Darmstadt, Stadt Darmstadt, vsonix, Darmstädter Echo und Radio Darmstadt.

Kommentare

Senf dazu?

7. September 2015 | Simone Weimar

Tolle Idee, tolles Projekt! Gelungen!

Senf dazu!

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