Zwei Tage gute Taten: Rückblick aufs Tatcamp für Next Generation Africa

Zwei Tage gute Taten: Rückblick aufs Tatcamp für Next Generation Africa

4. Juli 2018 | von Tobias Reitz

Als wir irgendwann im Frühjahr die Parole „Big Bäng” ausriefen und mit den Planungen unserer Launch Party starteten, war uns schnell klar: Als selbsternannte Problemlöser*innen kann Party allein nicht die Lösung sein. Wir lernten Niels und Freddy von Next Generation Africa beim Webmontag Darmstadt kennen und wussten: Mit denen machen wir was. Niels, Freddy und ihr Verein Next Generation Africa bringen mit ihrer „Library Box” digitale Bildungsinhalte offline verfügbar an die blinden Flecken der Internetweltkarte – bislang hauptsächlich an Schulen in Malawi. 

Menschen digital und das Digitale menschlich machen, das haben auch wir von quäntchen + glück uns auf die Fahne geschrieben. Und so wurde aus Barcamp Tatcamp und aus Festival Questival – mit der Mission, die kleinen und großen Probleme von Next Generation Africa zu lösen! 

Was Barcamp und Tatcamp gemeinsam haben: Ebenso wie die klassische Unkonferenz lebt das Tatcamp vom Mitwirken der Teilnehmenden: vom Netzwerken, vom Wissenteilen, vom Mithelfen. Es gibt ein Thema, Räume, Zeit, Essen, Trinken – der Rest ergibt sich. Was Barcamp und Tatcamp unterscheidet: Es geht um Taten. Gute Taten. Und damit’s davon jede Menge gibt, braucht’s eine gute Vorbereitung. Deshalb haben wir uns schon einige Tage vor dem Tatcamp mit Freddy und Niels zum Vorab-Workshop getroffen. Das Ziel: Die Probleme und Herausforderungen von Next Generation Africa besser verstehen und daraus Briefing und Missionen für die Tatcamper*innen ableiten. Beides hielten wir in einem Trello Board fest, dem Herzstück der Tatcamp-Orga. Es half uns, das Onboarding der Teilnehmer*innen auf ein Minimum zu reduzieren. Denn bei insgesamt nur acht Stunden Tatcamp, vier am Freitag und vier am Samstag, zählte jede Minute. So schnell wie möglich wollten wir ins Handeln kommen. Und wir kamen ins Handeln. Fast 40 Tatcamper*innen verteilten sich auf fünf Missionen.

  • Mission 1: Inkrementelle Innovation – wir verbessern die Library Box!
  • Mission 2: Radikale Innovation – wir erfinden die Library Box neu!
  • Mission 3: Auf dem Weg zur Marke – eine neue Startseite für Next Generation Africa!
  • Mission 4: Next Next Generation Africa – neue Held*innen für den Verein!
  • Mission 5: Frisches Geld, frische Ideen – von Fundraising und Kommunikation

Am Ende der zwei Tage standen ein Marken-Manifest, Text und Screendesign einer neuen Startseite, ein User Interface für die Library Box, eine Idee, wie Lehrer*innen vor Ort via WhatsApp Business neue Inhalte für die Boxen bestellen können. Es wurden Telefonate mit potentiellen Netzwerkpartner*innen geführt, Mails geschrieben, und eine Fundraising-Kampagne samt Spendenbox-Prototyp entwickelt – natürlich alles dokumentiert im Trello Board, das Niels und Freddy nun als Dokumentation dient.

Apropos Niels und Freddy: Die schrieben uns nach dem Tatcamp:

„Wir denken immer noch voller Begeisterung ans Tatcamp zurück. War richtig klasse! Vielen lieben Dank nochmal an das Team für die großartige Organisation und die vielen kreativen Extras wie die variantenreiche Verköstigung mit Foodtruck und natürlich die BigBang-Party. Danke auch an alle anderen Mitstreiter und Mitstreiterinnen für eure Ideen und euren Einsatz. Mit so vielen kreativen Leuten zusammenzuarbeiten hat uns großen Spaß gemacht. Die vielen tolle Ergebnisse haben unsere Erwartungen weit übertroffen. Dadurch habt Ihr dabei geholfen, dem Projekt mehr Professionalität zu geben, was sich ganz bestimmt auf die Unterstützung weiterer Schülerinnen und Schüler auswirken wird. DANKE! Auf dass die nächste Generation in Afrika (zur Zeit noch Malawi) mit guter Bildung ihr Leben und ihr Land gestalten können. Jetzt gibt es für uns viel zu tun und weiterzuarbeiten… wir freuen uns drauf!“

Dieses Dankeschön geben wir hiermit gerne an alle Tatcamper*innen weiter. Was sind unsere Learnings nach zwei Tagen Tatcamp und wie geht es nun weiter für Next Generation Africa?

  • Wir hätten kaum bessere Projektpartner als Freddy und Niels finden können. Die Begeisterung, die Ernsthaftigkeit und die Reflektiertheit der beiden hat uns beeindruckt,
  • Das Tatcamp auf Freitag und Samstag zu verteilen mit großer Party in der Mitte führte zu unterschiedlichen Teilnehmerkreisen an beiden Tagen, Kopfschmerzen und Dezimierung am Samstag und zweimaligen Onboarding-Aufwand. Beim nächsten Mal würden wir wohl eher einen ganzen statt zwei halbe Tage tatcampen.
  • Trello erwies sich wieder einmal als perfektes Tool. Einige Teilnehmer*innen arbeiteten das erste Mal mit Trello. Ohne Anlauf. Ohne Probleme. Wer keinen Laptop dabei hatte, nutzte die Smartphone App. Projektmanagement und Doku ließen sich komplett verbinden.
  • Nicht jede Mission konnte moderiert werden. Wäre aber gut gewesen, denn der Output der moderierten Missionen war in der Regel höher als der der unmoderierten.

In den kommenden Wochen werden wir uns Gedanken machen, wie wir Next Generation Africa als Agentur weiter unterstützen können. Denn fest steht: Das Vorhaben von Niels und Freddy ist wichtig und hat uns gepackt. Uns und hoffentlich viele andere Tatcamper*innen und Nicht-Tatcamper*innen. Wer Next Generation Africa finanziell oder tatkräftig unterstützen möchte, kann sich gerne an uns oder direkt an Freddy und Niels wenden.

Gemeinsam können wir den Wissensdurst der Welt löschen!

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