Worüber die Quäntchen so quatschen – der Wochenrückblick

Worüber die Quäntchen so quatschen – der Wochenrückblick

23. Juli 2012 | von Tobias Krebs

Diese Woche reden wir über Facebook-Duplikate, das Geschäftsmodell von Twitter und hilfreiches Know-How für Online-Journalisten.

Facebook-Duplikate melden soll einfacher werden

Wer kennt das nicht: Da will man nur mal eben auf Facebook nach der Seite eines Unternehmens oder der eigenen Hochschule suchen und ertrinkt dann in hunderten identischen Seitenvorschlägen. Seiten-Duplikate sind nicht erst seit der Einführung von Ortsseiten ein Problem, und durch automatisches Anlegen bei Arbeitsplatz- oder Interessensangaben kommen immer neue hinzu.

Facebook will dem jetzt beikommen und testet in den Seiteneinstellungen den Unterpunkt „Duplikate melden“. Seitenadministratoren können hier nach Begriffen suchen und gleich mehrere Duplikate gleichzeitig melden.

Das Hauptproblem dabei: Die Duplikate können so zwar gelöscht, die Likes aber nicht auf die gewünschte eigene Seite transferiert oder aufmerksam gemacht werden. Hier dürfte es spannend werden zu beobachten, ob die Nutzer bei anschließendem Suchen die „richtige“ Seite liken oder sich eine Dynamik ähnlich einem Edit-War entwickelt. Letzteres wäre wohl kaum im Sinne des Erfinders.

Twitters Geschäftsmodell vor ungewisser Zukunft

Viel ist in den vergangenen Wochen über Twitter und das Ende der Zusammenarbeit mit LinkedIn diskutiert und gebloggt worden. Offensichtlich will der Konzern seine API-Richtlinie stark einschränken und nur noch diejenigen unabhängigen Clients zulassen, die nur Daten von Twitter auswerten.

In klaren Worten: Wer twittern möchte, soll das in Zukunft bitte über twitter.com oder offizielle Twitter-Apps tun, nicht über unabhängige Programme. Der Sinn ist schnell erklärt: Twitter will in Zukunft verstärkt große Werbekunden anziehen und damit Geld verdienen. Das funktioniert aber nur, wenn der Nutzer die Werbung auf Twitter auch zu sehen bekommt. Um das zu erreichen, muss Twitter seine Zugangskanäle kontrollieren. Das Unternehmen muss also entweder die Konkurrenz kaufen – wie im Fall Tweetie – oder verdrängen. Und Letzteres scheint gerade der Fall zu sein.

Kerngedanke dahinter ist, dass nach einer Untersuchung des Konzerns im Jahr 2010 90 Prozent der User ohnehin offizielle Twitter-Apps als Client benutzen. Unabhängige, jüngere Untersuchungen kommen aber zu ganz anderen Ergebnissen: Demnach nutzen etwa 42 Prozent der Twitter-User nicht-offizielle Apps. Das Schadenspotential wäre in diesem Fall deutlich höher.

Welcher Fall eintreten wird, ist derzeit nicht abzusehen. Wohin aber ein fehlgeleitetes „Walled Garden“-Prinzip führen kann, haben zuletzt die Beispiele Myspace und Digg gezeigt.

Müssen Online-Journalisten programmieren können?

Die Zukunft des Journalismus ist online – dieser Wahlspruch begleitet die meisten von uns Quäntchen seit dem Online-Journalismus-Studium. Aber kennen die Reporter des Netzzeitalters wirklich die Möglichkeiten, die sich ihnen bieten? „Digitaler Wandel“ meint nein und veröffentlicht in einem  Blogpost eine hilfreiche How-To-Linksammlung zu technische Grundlagen, die neue Recherchemöglichkeiten ebenso zeigen wie nützliche Tools zur Aufbereitung von Daten.

Der Tenor: HTML, Javascript, das Erstellen von Timelines und interaktiven Karten sollten zu den Grundkenntnissen von Onlinejournalisten zählen. Diese Forderung ist nicht neu, und es gibt dafür sowohl gut begründete Zustimmung wie auch Ablehnung.

Egal, wie man zu diesem Thema steht: Die hilfreiche Linksammlung samt Erklärungen sollte sich jeder Medientätige mal durchlesen.

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