Promotion Guidelines, Big Data und die Zukunft des Radios – worüber die quäntchen so quatschen

Promotion Guidelines, Big Data und die Zukunft des Radios – worüber die quäntchen so quatschen

2. September 2013 | von Birte Frey

Facebook Promotion Guidelines – neue Regeln für Gewinnspiele

Halleluja. Endlich dürfen Nutzer bei Facebook laut den unternehmenseigenen Promotion Guidelines Gewinnspiele anbieten, ohne eine eigene App dafür zu erstellen. Gewinnspiele können nun über normale Statusmeldungen verkündet werden. Eine Erleichterung für unzählige Social Media Manager. Doch, oh Schreck, das deutsche Recht gilt immer noch. Deshalb profitieren Social Media Manager, die Facebook-Seiten betreuen, die in Deutschland abgerufen werden können, überhaupt nicht.

Warum? Die Privatsphäre-Einstellungen des sozialen Netzwerkes machen es unmöglich, mit Sicherheit sagen zu können, welche Nutzer einen Beitrag kommentiert oder geliked haben. Zusätzlich sind die Einbindung von Teilnahmebedingungen und Datenschutzhinweise nur über einen Link möglich. Thomas Hutter schreibt dazu: „Die rechtmäßige Durchführung eines Gewinnspiels in der Chronik ist somit aus unserer Sicht quasi unmöglich.“

Wir empfehlen: Unternehmen sollten Gewinnspiele auf Facebook nach wie vor über Apps anbieten oder bei Facebook lediglich auf das Gewinnspiel verweisen und es auf der eigenen Website anbieten. Natürlich gelten nach wie vor die deutschen Regeln für Gewinnspiele. Sie sind bei Thomas Schwenke nachzulesen.

„Wer glaubt, er habe nichts zu verbergen, hat Big Data nicht verstanden.“

Diese Grundannahme erläutert Frank Schirrmacher in seinem Artikel „Wir wollen nicht“ scharfsinnig und mit vielen Beispielen. Warum wir nicht aufhören dürfen über Snowden und die NSA zu debattieren? „Wir erleben eine Veränderung der sozialen Ordnung in den westlichen Demokratien, die so grundsätzlich zu sein scheint, dass die Beendigung der Debatte geradezu verantwortungslos wäre.“

Terror bekämpfen oder Cyberangriffe abwehren – schön und gut, aber „alle Überwachungssysteme, egal ob in China oder Russland oder Ägypten oder Amerika, sind gleich konstruiert.“ Das „Wall Street Journal“ hat die Technologie mit „erschreckender Detailgenauigkeit dokumentiert“. Schirrmachers Sschlussfolgerung: Das führt zu Rüstungswettlauf und Überwachungssystemen, die versuchen sich gegenseitig auszutricksen. „Die Sache ist einfach: Einem trotz der Internetgiganten immer noch dezentralen Netz kann sich jederzeit ein Zentralgehirn zuschalten, das buchstäblich jede Lebens- und Geräteäußerung aufzeichnen, analysieren und vergleichen kann.“

Das auch noch: Das Radio stirbt!

Es geht um die Zukunft des Radios. Wer sie gestalten will, sollte Robert Kindermanns Artikel „Überlebt das Radio?“ lesen. Alle anderen auch. Wie Musikindustrie und Zeitungsverlage tun sich auch Radiosender mit Innovationen schwer und verpassen so die Möglichkeit, auch wirtschaftlich, künftig zu den Marktführern zu gehören.

Kindermann stellt die richtigen Fragen: „Jedes Gerät, auf dem zukünftig Radio gehört wird, bekommt einen kleinen, mittelgroßen oder sehr großen Bildschirm. Was stellen wir darauf dar? Was erwartet der Nutzer? Was muss eine App leisten?“

Und überhaupt, dieses Internet. Wie umgehen mit Internet-Radio? Warum sind Radio-Inhalte nicht auf Spotify? Und was ist mit Podcasts?

Mit Kindermanns Fragen lassen sich ganze Rundfunkratssitzungen füllen und Intendanten schlaflose Nächte bereiten. Gut so.

Mit Kindermanns Thesen ebenso. Und weil das so ist, folgen diese hier nun als Zitat.

„Insgesamt sind das alles evolutionäre Prozesse, von denen einige Veränderungen meines Erachtens nach unumkehrbar sind:

  • alle Geräte, auf denen Radio konsumiert wird, haben einen Bildschirm

  • alle Geräte, auf denen Radio konsumiert wird, sind internetfähig

  • Filter werden vor allem über Automatismen/Algorithmen definiert

  • Mitarbeiter werden schwerer zu finden und zu halten sein

  • Video- und vor allem Video-Livestreams werden mit zunehmenden Bandbreiten massiv an Bedeutung gewinnen

  • Nutzer werden mit hochrelevantem Content sozialisiert und haben zu jeder Zeit Zugriff auf “Dinge, die ihnen wirklich gefallen”: YouTube Videos, Musik bei Streamingdiensten, Wortinhalte über Podcasts

  • der Life-Cycle von Content besteht jetzt immer aus den drei Elementen “Vor der Ausstrahlung”-”Live-Ausstrahlung”-”On-Demand” – alle drei Elemente müssen perfekt, schön und einfach erlebbar, auffindbar und teilbar sein

  • Live-Radio ist somit nur noch ein kleiner Teil der hörbaren Erlebniswelt, die schon bald den Menschen auch im Auto zur Verfügung stehen wird“

Den Rest gibt’s im Artikel „Robert Kindermann: Überlebt das Radio?“ zu lesen.

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