Just another rück:blick

Just another rück:blick

8. Mai 2012 | von Birte Frey

Hach. Seufz. So lange haben wir auf sie gewartet, so schnell ist sie an uns vorüber geflogen – die re:publica. Klassentreffen der Nerds und Geeks.

Foto von volkersworld @ flickr (CC BY-SA 2.0)
Die re:publica ist die gigantöse Zusammenkunft der Internetpeople. Da wollten wir von quäntchen + glück natürlich nicht fehlen und so machten haben sich vier quäntchen auf den Weg nach Berlin gemacht. Nerdtown. Überbevölkert von androgynen Stoffbeutelträgern. Drei Tage Nerdwitze, drei Tage lang Fotos mit dem iPad machen, ohne dabei verstohlen von der Seite angeblickt zu werden und drei Tage lang Vorträge und Meet&Greet. Herrlich! Für euch habe ich zusammengefasst, welche Vorträge sich wirklich für mich gelohnt haben und was ich mir für das nächstes Jahr wünsche.

Spielregeln für das Netz

Sicher publizieren in Blogs, Foren und Sozialen Netzwerken, war das Thema von Udo Vetters Vortrag. Nach drei Semestern Medienrecht an der Hochschule Darmstadt gehöre ich wohl eher zu den Fortgeschrittenen im Bereich Medienrecht. Und so habe ich mir von Udo Vetters Vortrag nicht allzu viel Neues erhofft.

Aber! In amüsant, leicht abfälliger Manier hat es der Autor des Law Blogs mit seinen Anekdoten geschafft, die wichtigsten Regeln fürs Publizieren im Netz auf den Punkt zu bringen. Gelernt habe ich dabei zum Beispiel, dass die mir als unumgänglich geltende Impressumspflicht in Deutschland für nichtkommerzielle Blogs, laut Vetter, quasi nicht nötig ist. So lange der Blogger kein Geld mit seinem Blog verdient, zum Beispiel über Werbebanner, empfiehlt Vetter auf ein Impressum zu verzichten, wenn der Schreiber Angst vor Repressalien oder Belästigung hat. Spiegel-Online hat auch über den Vortrag von Udo Vetter berichtet.

A Webpage is a Book

Adam Hyde hat über die Zukunft des Buches spekuliert. Inspiriert hat mich dabei die Idee des collaborativen Buchschreibens nach der Methode von Plastikstühle auf der re:publica fotografiert von Wolf Brüning @ flickr (CC BY-SA 2.0)

Booksprint. Läuft so: Eine Handvoll Leute, fünf Tage Zeit, alle schreiben, Buch fertig und kann On-Demand gedruckt werden. Irre! Das werde ich ganz sicher mal ausprobieren. Allerdings ist die Methode wohl eher was für Sachbücher als für Romane – und da die Finanzierung der Schreiberlinge unklar bleibt, eher für Hungerkünstler als für Geldscheffler.

Sascha Lobo – leider geil

Er hat’s einfach drauf, der Herr Lobo. Auf den ersten Blick mag es arrogant wirken, dass Sascha Lobo vorab nicht mal ein Thema für seinen Vortrag angegeben hat. Auf den zweiten Blick auch. Aber mal ehrlich: Der Mann kann auch einfach zu jedem branchenrelevanten Thema aus dem Stehgreif einen Vortrag halten.

Zu Wenig W-Lan. Zu viel Harmonie.

Hundertfach gesagt, aber immernoch richtig: Mehr W-Lan braucht die re:publica. Wie das funktioniert, könnte man mal die Organisatoren von der Le Web fragen. Eine Internet-Konferenz in Paris, die ihren Teilnehmern seit Jahren stabiles Netz zur Verfügung stellt.

Die Diskussionsrunden waren oft schwach, da die Moderatoren zu zaghaft Fragen gestellt haben. Ein guter Journalist oder Twitterist ist eben nicht gleich ein guter Moderator. Bühnenerfahrung, journalistische Grundkenntnisse und Mumm in den Knochen sind hier unerlässlich. Auch bei der Besetzung der Diskussionsrunden gibt’s noch einiges zu lernen: Fünf Teilnehmer mit der gleichen Meinung auf der Bühne sind der gleichen Meinung, aber nicht gerade diskussionsfreudig und damit bei einer Diskussionsrunde fehl am Platz. Ich wünsche mir mehr Zwietracht!

Bei re:publica gibt’s die Rückblicke von anderen Besuchern gesammelt.

Kommentare

Senf dazu?

8. Mai 2012 | jke

Cool, thx, interessant!

Also zusammenfassend waren nur 2-3 Vorträge interessant/inspirierend?

8. Mai 2012 | B.Frey

Hey,
naja, so hart würde ich es nicht formulieren, aber ich fand wirklich viele Vorträge nicht so gut. Was ich dazu sagen sollte: Ich als einzelner Mensch habe natürlich auch nur einen Bruchteil der ganzen Vorträge gesehen. Ist also eine sehr subjektive Einschätzung. Was meinst du denn, welche Vorträge waren die besten?

15. Mai 2012 | jke

Keine Ahnung, ich bin zu Hause geblieben bzw. musste arbeiten und wollte mir die Repulika auch nicht geben wg. dieser Inhalte und wenn dann nur wg. der Leute.

Mir wurde zwar gesagt, dass es die beste republica sei im Vergleich zu davor, aber irgendwie scheinen mir das Hintergrundrauschen und die positive vibes zu fehlen, die man sonst immer in der Blogosphäre spürt, zumindest im Vergleich zum Vorjahr. Irgendwie auch weniger neue Infos, weniger inspirierendes Zeug. Aber vielleicht haben wir auch einen Overkill derzeit?

15. Mai 2012 | B.Frey

Hallo,
wahrscheinlich kommt es auch auf die Erwartungshaltung an. Ob man die re:publica zum Beispiel als großes Barcamp wahrnimmt oder als seriöse branchenrelevante Konferenz, verändert die Erwartung an die Qualität der Vorträge.

Ob Overkill oder nicht, kommt glaube ich ganz darauf an mit wem man darüber spricht. Ich erkläre immer noch ziemlich oft, was zum Beispiel ein Barcamp ist, aber auf der anderen Seite trifft man auf den unterschiedlichsten Webveranstaltungen im ganzen Land die gleichen Leute und die würden vielleicht von einem Overkill sprechen.

Senf dazu!

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